Sportbusiness-Kongress in Wien: Wo Sport und Wirtschaft zusammenfinden

Im Sport werden manche der wichtigsten Entscheidungen nicht im Büro getroffen. Sie entstehen im direkten Gespräch, beim Austausch am Rande einer Bühne, beim Wiedersehen alter Kontakte oder beim ersten Kennenlernen neuer Partner. Genau dafür steht Sport & Marke, Österreichs größter Sportbusiness-Kongress, der seit mehr als zehn Jahren das „Who is Who“ der Branche zusammenbringt und als Plattform für Wissenstransfer, Networking und neue Sponsoring-Partnerschaften dient. Racketista war am 27. April 2026 im Hilton Vienna Danube Waterfront mit dabei.

Sportmarketing bedeutet heute nicht mehr nur, ein Logo auf ein Trikot zu setzen oder Reichweite einzukaufen. Es geht um Haltung, um Geschichten, um emotionale Verbindung. Oder anders gesagt: Wer im Sport sichtbar sein will, muss mehr erzählen können als eine Werbebotschaft.

Das wurde bereits in der Zwischenbilanz des Kongresses deutlich. Rund 500 Teilnehmende zeigten, wie groß die Relevanz von Sport & Marke und des gesamten Themas Sportmarketing geworden ist. Gleichzeitig wurde klar: Sponsoring entwickelt sich immer stärker in Richtung Storytelling. Marken wollen nicht nur gesehen werden, sie wollen Teil einer Geschichte sein.

Racketsport als gemeinsames Bild denken

Für den Racketsport ist diese Entwicklung besonders spannend. Denn Tennis, Padel, Pickleball, Badminton, Squash oder Racketlon haben zwar unterschiedliche Traditionen, Zielgruppen und Strukturen – sie teilen aber eine große Stärke: Sie sind emotional, zugänglich und aktivierbar.

Gerade Padel zeigt, wie schnell eine neue Dynamik entstehen kann. Die Sportart lebt von Niederschwelligkeit, schnellen Erfolgserlebnissen und einem starken sozialen Faktor. Das macht sie nicht nur sportlich attraktiv, sondern auch wirtschaftlich interessant – für Anlagenbetreiber ebenso wie für Marken, die nach neuen Zugängen zu aktiven Communities suchen.

Sponsoring braucht Persönlichkeit

Auch für Unternehmen verändert sich der Blick auf den Sport. Sponsoring wird persönlicher. Marken suchen nicht nur Erfolge, sondern Menschen, die etwas verkörpern. Persönlichkeiten, die Haltung zeigen, Geschichten erzählen und eine Community erreichen.

Der Erfolg von Sport-Dokumentationen auf Plattformen wie Netflix zeigt, warum das funktioniert: Menschen interessieren sich nicht nur für Ergebnisse, sondern dafür, wie Sportlerinnen und Sportler denken, arbeiten, scheitern und wieder aufstehen. Genau dort entsteht Nähe. Genau dort beginnt Markenbindung.

Christian Mattasits brachte es auf den Punkt: Im Sport wie in der Wirtschaft gehe es um mentale Stärke, Teamwork, Gewinnen und Verlieren, um Stärken und Schwächen. Deshalb funktioniere Sport im Storytelling so gut. Weil er Erfahrungen sichtbar macht, die weit über den Wettkampf hinausreichen. „Es geht sehr stark um die Persönlichkeit. Es geht auch um deren Erfolge aber eher um das, was dahinter steckt.

Für Racketsportarten ist das eine große Chance. Ihre Geschichten sind vielfältig: Nachwuchstalente, die sich durchkämpfen. Vereine, die neue Angebote schaffen. Anlagenbetreiber, die mit innovativen Konzepten neue Zielgruppen erreichen. Athletinnen und Athleten, die als Markenbotschafter glaubwürdig auftreten können. Und Sportarten, die zeigen, wie Bewegung, Community und Wirtschaftlichkeit zusammengehen.

Persönlicher Kontakt bleibt unersetzbar

Sport & Marke zeigte auch: So digital das Sportbusiness geworden ist, der direkte menschliche Kontakt bleibt entscheidend. Plattformen, Social Media, Streaming und digitale Tools sind wichtige Bausteine. Doch Partnerschaften entstehen oft dort, wo Menschen einander vertrauen.

„Am Ende des Tages wollen wir Menschen zusammenbringen“, lautet der zentrale Gedanke von ESB-Geschäftsführer Hans-Willy Brockes. Digital könne man vieles machen – aber der direkte Kontakt sei nicht zu ersetzen.

Genau darin liegt die Stärke eines Kongresses wie Sport & Marke. Verbände treffen Unternehmen. Sportlerinnen und Sportler treffen potenzielle Partner. Anlagenbetreiber tauschen sich mit Marken aus. Aus Gesprächen werden Ideen, aus Ideen konkrete Kooperationen.

Für den Racketsport ist das besonders relevant. Denn viele Sportarten stehen vor ähnlichen Fragen: Wie gewinnt man Mitglieder? Wie bleibt man für junge Zielgruppen attraktiv? Wie schafft man neue Einnahmequellen? Wie macht man Sportangebote für Sponsoren interessant? Und wie erzählt man die eigene Geschichte so, dass sie auch außerhalb der eigenen Bubble verstanden wird?

Mehr als ein Branchentreff

Sport & Marke ist deshalb mehr als ein Kongress. Es ist ein Ort, an dem sichtbar wird, wie Sport, Wirtschaft und Kommunikation zusammenhängen. Für Racketista war der Besuch auch ein Blick darauf, welche Rolle Racketsportarten in diesem Umfeld spielen können.

Die Antwort: eine größere, als viele vielleicht glauben.

Denn Racketsport verbindet Bewegung, Wettbewerb, Lifestyle und Community. Er funktioniert im Verein, auf der Anlage, im Eventformat, im Spitzensport und im Breitensport. Er bietet Geschichten, Gesichter und Begegnungen. Und genau das suchen Marken heute.

Nicht nur Reichweite. Sondern Relevanz.

Nicht nur Logos. Sondern Erlebnisse.

Nicht nur Sponsoring. Sondern Partnerschaften.

Sport & Marke hat gezeigt: Wer Sportmarketing heute ernst nimmt, muss Menschen zusammenbringen, Geschichten erzählen und größer denken. Für den Racketsport ist das eine Einladung – und vielleicht auch ein Auftrag.